Unser Anspruch
Kommunalpolitik ist kein Ort für große Ideologien – sie kümmert sich um den Radweg, der sicher wird, die Kita, die rechtzeitig fertiggestellt wird, und den Antrag, der zügig beantwortet wird. Genau daran wollen wir arbeiten: pragmatisch, ehrlich und mit klaren Prioritäten. Dieses Programm ist bewusst kurz gehalten. Es sagt, was wir vorhaben – nicht mehr und nicht weniger.

1. Verwaltung: Ermöglichen statt Verzögern
Die Verwaltung ist für die Menschen da – nicht umgekehrt. Wir wollen eine Verwaltung, die Wege aufzeigt, statt Türen zu schließen.
- Ein Ansprechpartner pro Anliegen. Bei komplexen Verfahren und für Unternehmen gilt das Ein-Ansprechpartner-Prinzip – mit einem klaren Serviceversprechen.
- Ablehnungen mit Lösungsweg. Wer ein “Nein” bekommt, bekommt auch eine Erklärung, wie es stattdessen gehen könnte.
- Verfahren regelmäßig prüfen. Qualitäts- und Prozessmanagement ausbauen, Abläufe auf Verständlichkeit und Effizienz testen – auch mit externem Blick.
- Digital mitreden. Bürgerbeteiligung und Mängelmelder in einer Gemeinde-App – Probleme melden und Ideen einbringen, direkt vom Smartphone.
- Baustellen transparent machen. Öffentliche Projekte mit sichtbarem Bau- und Kostencontrolling: Zeitplan, Kosten und Fortschritt für alle nachvollziehbar machen.
2. Kitas, Schulen und sichere Wege zuerst
Gute Bildung beginnt mit funktionierender Ausstattung und einem sicheren Weg dorthin.
- Digitale Bildung, die funktioniert. Moderne Geräte, aktuelle Software und verlässlicher IT-Support an allen Schulen – Technik, die im Unterricht läuft statt im Schrank liegt.
- Sitzplatzgarantie im Schulbus. Überfüllte Schulbusse sind kein akzeptabler Normalzustand. Dazu gehört auch qualifiziertes Personal in der Schülerbeförderung.
- Ausbildung stärken. Berufsbildende Schulen, Campus Berufliche Bildung (CBB), Campus Handwerk und duale Ausbildung fördern – mit engeren Kooperationen zwischen Schulen, Ausbildungsstätten und Betrieben.
- Sichere Schul- und Kitawege. Hol- und Bringzonen, sichere Querungen, klare Radführung und gute Beleuchtung – systematisch geplant statt punktuell geflickt.
3. Wirtschaft und Ortskerne stärken
Unsere Gewerbegebiete zeigen, was möglich ist: tausende Arbeitsplätze und Gewerbesteuern, die dem Gemeinwohl zugutekommen. Dieser Maßstab gilt für uns – in Neuenhaus und Wietmarschen.
- Verwaltung als Partner der Betriebe. Bestehende Unternehmen sind unsere wichtigsten Partner – sie stärken wir, ohne Neuansiedlungen zu vergessen. Der regelmäßige persönliche Austausch mit den Betrieben gehört zum Pflichtprogramm der Verwaltungsspitze.
- Genehmigungen als Standortfaktor. Planungssicherheit und verlässliche Verfahren entscheiden über Erweiterungen und (Neu-)Investitionen.
- Mittelstandslotse einsetzen. Kleine und mittlere Betriebe bei Wachstum, Erweiterungen und Nutzungsänderungen aktiv begleiten – gemeinsam mit dem Landkreis.
- Lebendige Ortskerne durch starke Wirtschaft. Handel, Gastronomie, Kultur, Wohnen und Aufenthaltsqualität zusammen denken – mit Unterstützung für Gründungen, Umnutzungen, Coworking-Angebote und nutzbare Außenflächen.
4. Tourismus und Kultur als Standortpolitik
Unsere Region hat etwas zu bieten – vom Stiftsbusch in Wietmarschen bis zu den Rad- und Wanderwegen entlang von Dinkel und Vechte.
- Stiftsbusch als Chance nutzen. Den Ortskern Wietmarschen für Wanderer, Pilger und Radfahrer weiter aufwerten – mit Schattenbereichen, Sitzgelegenheiten und einem Stiftsbusch, der einen hohen Naherholungswert bietet.
- Veranstaltungen fördern. Feste, Märkte und Kultur sind aktive Standortpolitik – sie bringen Leben in die Ortskerne und stärken die Gemeinschaft.
5. Landwirtschaft ernst nehmen
Die Landwirtschaft ist einer der stärksten Wirtschaftszweige unserer Region – und Teil unserer Identität.
- Landwirtschaft bei Entscheidungen mitdenken. Kommunale Beschlüsse müssen die Auswirkungen auf landwirtschaftliche Betriebe von Anfang an berücksichtigen.
- Bauturbo für Höfe auch in Neuenhaus. Erleichtertes Baurecht für Hofentwicklung und Wohnraum in Bestandsgebäuden im Außenbereich – Was in Wietmarschen funktioniert, wollen wir auf die Samtgemeinde Neuenhaus übertragen.
- Wirtschaftswege instand halten. Ausgebrochene Ränder und zugewachsene Seitenstreifen machen viele Wege für moderne Landmaschinen zu schmal – wir wollen den Zustand der Wirtschaftswege systematisch erfassen und Bankettpflege sowie Rückschnitt in einen verlässlichen Turnus bringen.
6. Umwelt und Wasser: vorsorgen statt reagieren
Das Hochwasser zum Jahreswechsel 2023/24 war eine ernste Warnung. Hochwasserschutz ist für uns Daueraufgabe – nicht Reaktion auf den nächsten Ernstfall.
- Naturschutz mit den Menschen. Kooperation mit Eigentümern und Landwirten statt Konfrontation – die Erfolge dieser Zusammenarbeit sprechen für sich.
- Starkregencheck einführen. Neue Baugebiete und Straßensanierungen von Anfang an mit Entwässerung, Rückhalt und Versickerung auskömmlich planen.
- Hochwasserschutz priorisieren. Sanierungsbedürftige Verwallungen an Dinkel und Vechte erneuern, Fördermittel konsequent abrufen und mit klaren Zeitplänen hinterlegen.
- Wald nachhaltig bewirtschaften. Forstwirtschaft nach dem Prinzip „Schützen durch Nützen“ unterstützen.
7. Wohnen und Bauen ermöglichen
Wer hier bauen, kaufen oder mieten will, soll das können – egal ob junge Familie, Rückkehrer oder Senioren, die sich verkleinern möchten.
- Neue Baugebiete transparent entwickeln. Konsequent, planbar und mit klaren Vergabekriterien.
- Jung kauft Alt. Den Erwerb von Bestandsimmobilien durch junge Familien gezielt unterstützen – erfolgreiche Modelle aus der Nachbarschaft prüfen und übernehmen.
- Infrastrukturcheck für neue Gebiete. Kitas, Schulen, Versorgung und Verkehr von Anfang an mitplanen – nicht erst, wenn die Probleme da sind.
- Bauverfahren vereinfachen. Klare Regeln, digitale Anträge, verständliche Satzungen, verlässliche Abläufe – gemeinsam mit dem Landkreis.
- Voranfragen aktiv bewerben. Bürger und Betriebe sollen früh und unkompliziert erfahren, was auf ihrem Grundstück grundsätzlich möglich ist.
- Nachverdichtung ermöglichen. Mit Rücksicht auf Ortsbild, Nachbarschaft, Parkraum und Infrastruktur – was in Wietmarschen gut funktioniert, wollen wir auch in Neuenhaus umsetzen.
- Doppelhäuser in Wohngebieten zulassen. Per Grundsatzbeschluss gemeinsames Bauen erleichtern und Grundstücke effizienter nutzen.
8. Mobilität und Infrastruktur ohne Kulturkampf
Radfahrer und Autofahrer sind keine Gegner – sie teilen sich denselben Raum. Verkehrspolitik muss alltagstauglich sein, nicht ideologisch.
- Verkehrsänderungen ehrlich evaluieren. Das Radverkehrskonzept in Neuenhaus gehört nach angemessener Laufzeit auf den Prüfstand – was nicht funktioniert, wird nachgebessert. Nachsteuerung statt Rechthaberei.
- Radwegelücken schließen. Verbindungen zwischen Wohngebieten, Schulen, Kitas, Sportanlagen und Ortskernen systematisch erfassen und nutzbar machen.
- Regiopa II vorbereiten. Radabstellanlagen, sichere Zuwegungen, Park-and-Ride und Busanbindung am Haltepunkt Veldhausen frühzeitig planen.
- Projektsteckbriefe für Infrastruktur. Ziel, Kosten, Zeitplan und Zuständigkeiten jeder Maßnahme öffentlich nachvollziehbar machen.
- Mobilfunk weiter ausbauen. Funklöcher müssen der Vergangenheit angehören.
- Nahversorgung sichern. Innovative Lösungen wie Verkaufsautomaten für kleinere Ortsteile wie Esche unterstützen.
9. Ehrenamt und Zusammenhalt
Wer sich engagiert, darf nicht an Formularen scheitern.
- Ehrenamt entbürokratisieren. Von alter Bürokratie entlasten – und vor neuer schützen.
- Ehrenamtsfonds für Neuenhaus. Kleine, schnelle Hilfen für Vereine und Initiativen – unbürokratisch und direkt.
- Ehrenamtsmesse in Schulen. Junge Menschen früh mit Vereinen und Initiativen zusammenbringen.
- Integration durch Sport. Den Kreissportbund als Partner für Integration und den Abbau von Sprachbarrieren aktiv unterstützen.
10. Feuerwehr und Katastrophenschutz verlässlich ausstatten
Wer im Ernstfall für uns da ist, verdient Planungssicherheit statt Jahr-für-Jahr-Entscheidungen.
- Bedarfsgerechte Langzeitplanung. Feuerwehr, Rettungsdienste, THW und Katastrophenschutz bedarfsgerecht und vorausschauend ausstatten – mit aktuellen und fortgeschriebenen Bedarfsplänen.
- Nachwuchs sichern und Tagesalarmsicherheit stärken. Wer tagsüber ausrückt, fehlt am Arbeitsplatz – wir wollen Kinder- und Jugendfeuerwehren gezielt fördern und gemeinsam mit den Betrieben vor Ort dafür sorgen, dass die Einsatzbereitschaft rund um die Uhr gesichert bleibt.
- Löschwasserversorgung im Außenbereich sichern. Hydranten, Zisternen und Entnahmestellen gehören regelmäßig geprüft und dort ergänzt, wo Höfe, Betriebe und Wohnhäuser weit vom Ortsnetz entfernt liegen.
11. Pflege, Inklusion und Selbstbestimmung im Alter
Wer Unterstützung braucht, soll sie finden – ohne lange Suche und ohne bürokratische Hürden.
- Inklusion sichtbar machen. Menschen mit Behinderung gehören in die Mitte der Gesellschaft – bei Wegen, Räumen, Vereinen, Bildung und Verwaltung.
- Barrierefreiheit als Standard. In größeren Beschlussvorlagen und vor allem bei Bauprojekten wird Barrierefreiheit zum festen Prüfpunkt – neue Projekte werden von Beginn an barrierefrei oder mindestens barrierearm geplant. Dazu gehören auch barrierefreie Trauräume.
- Selbstbestimmt alt werden. Barrierearme Wege, Pflegeangebote, Nahversorgung, Mobilität und Begegnungsangebote stärken.
- Seniorenbeirat für Wietmarschen. Ältere Menschen brauchen eine eigene Stimme in der Kommunalpolitik.
- Pflegende Angehörige entlasten. Ambulante Pflege stärken, Beratungsangebote sichtbarer und leichter auffindbar machen.
- Niemanden digital abhängen. Mediencafés und Digitallotsen unterstützen ältere Menschen beim Umgang mit digitalen Angeboten.
12. Solide finanzieren, verlässlich umsetzen
Gute Absichten reichen nicht. Was beschlossen wird, muss finanzierbar sein – und was finanzierbar ist, muss auch umgesetzt werden.
- Effizienz als Verwaltungsgrundsatz. Wirtschaftliche Aufgabenerledigung ist die Voraussetzung für die langfristige Handlungsfähigkeit unserer Kommunen.
- Investitions-Prioritätenliste. Transparent begründen, was zuerst kommt und warum – vorausschauend statt reaktiv.
- Prioritäten statt Liebhaberei. Ausgaben unterliegen klaren, objektiven Prioritäten und sind nicht Ausdruck eines reinen Kirchturmdenkens.
- Folgekostencheck. Größere Projekte werden mit realistischen Betriebs-, Personal-, Energie- und Wartungskosten ausgewiesen – nicht nur mit den Baukosten.
- Bürokratiecheck. Vor jeder neuen kommunalen Regelung werden Aufwand, Nutzen und Alternativen geprüft.
- Projektcontrolling statt Verantwortungsdiffusion. Klare Zuständigkeiten, verbindliche Fristen und öffentlich einsehbare Umsetzungsstände.
- Entwicklung mit Augenmaß. Weder Stillstand noch ungeordnete Expansion – verlässliche Kommunalpolitik für alle Generationen.
Unser Versprechen
Ein Wahlprogramm, das nach der Wahl in der Schublade verschwindet, ist keine Zusage – es ist eine leere Ankündigung. Wietmarschen und Neuenhaus verdienen eine Politik, die liefert. Daran wollen wir gemessen werden – nicht nur am Wahltag, sondern jeden Tag danach. Wir bleiben erreichbar – für Hinweise, Kritik und Ideen.
